Friederich K., alias "Kupzinger"

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Micro Layout „Gorse Valley“ – Teil 5: Bullhead Ballasting

Erstellt am Samstag, 3. Februar 2024, zuletzt aktualisiert am Montag, 5. Februar 2024


Gleise anzumalen und einzuschottern gehöhrt ja zum Handwerk des Eisenbahnmodellbauers. Ich mache sowas auch schon seit 1999. Daher wollte ich eigentlich gar keine eigene Folge zum Schottern machen. Es sind dann aber einige überraschende Dinge passiert, so dass ich doch hier davon berichte.


FARBE DER GLEISE

Bei der Kolorierung war noch alles wie erwartet. Nachdem ich jahrelang Emaille-Farbe Revell 83 „rost“ verwendet habe, bin ich schrittweise auf Akrylfarbe (Pinsel mit Wasser auswaschbar) und nach diversen Feldstudien auf Revell Aqua Color 84 „lederbraun“ umgestiegen. So auch hier. Die Schwellen habe ich vorher in einer dunklen Mischung aus schwarz und etwas nato-oliv angepinselt. Das war besonders bei der Eigenbau-Weiche mit ihren weißen Schwellen natürlich ein großer Schritt vorwärts. Etwas hellgraues „drybrushing“ hat dann noch die Details etwas hervorgehoben.


SCHOTTER

Meine Erfahrung ist, dass die Schotterkörnung zum Gleis passen muss. Bei Peco Code 55 nehme ich gerne TT-Schotter https://www.mobablog.info/blog.php?id=1859. Hier haben wir es jetzt aber mit Modellgleis in weitestgehend maßstäblicher Umsetzung zu tun, also sollte der Schotter feiner sein. Ich zog Fotos, die ich mal in Sharingham gemacht hatte, zu Rate. Sie zeigen einen vergleichsweise feinen Schotter, vor allem im Bereich der Weiche. Also bin ich nicht nur auf N-Körnung, sondern gleich auf Z-Körnung von Koemo runtergegangen.

Puh, das war ein Aufwand. Die Z-Steinchen sind schon so klein, dass hier die Gravitation nicht mehr so recht greifen möchte. Das wurde mir aber erst nach und nach klar. Hinzu kam noch eine Eigenart des Bullhead Gleises. Dieses liegt im Gegensatz zum Flat Bottom Gleis höher über den Schwellen. Charakteristisch für ihr Aussehen ist der freie Durchblick unter den Schienenprofilen. Diese besondere Optik wollte ich natürlich nachbilden. Der feine Schotter hat sich aber beim „Fegen“ mit dem Pinsel immer unter den Schienen gesammelt bzw. angehäuft. Es war eine elend lange Stampferei mit feinem Pinsel und Lupe, bis zumindest die meisten Zwischenräume frei waren. Wahrscheinlich habe ich auch initial zu viel Schotter aufgeschüttet. Und nach dem Durchtränken mit Kleber hat sich schon wieder alles in den Zwischenräumen abgesetzt. Grrrr! Mit Zahnstocher und feuchtem Pinsel habe ich dann nach dem Durchtränken noch ewig nachgearbeitet. Gefühlt habe ich jedes zweite Körnchen persönlich kennengelernt. Bei einem guten Meter Gleis ging das alles an einem Tag, aber anlagentauglich ist diese Technik nicht. Ich werde nach dem Projekt weiter experimentieren und wahrscheinlich zu N-Schotter (Körnung um die 0,2 mm) zurückehren. Oder, zumindest bei Selbstbaugleis, vor dem Aufbringen der Profile schon schottern.

Hier eine kleine Fotostrecke zum „bullhead balasting“…
Im nächsten Teil wird es um weitere Bauwerke gehen.

Liebe Grüße
Kupzinger


Ostausfahrt von Sharingham (England)
Ostausfahrt von Sharingham (England)
Gleisstudie
Gleisstudie
Der Weichenbereich wies besonders feinen Schotter auf
Der Weichenbereich wies besonders feinen Schotter auf
Ausgangspunkt der Gleiskolorierung. Rechts ist zuviel Sekundenkleber auf die Schiene gekommen, hoffentlich ist das mit Farbe weniger auffällig.
Ausgangspunkt der Gleiskolorierung. Rechts ist zuviel Sekundenkleber auf die Schiene gekommen, hoffentlich ist das mit Farbe weniger auffällig.
Die Schwellen wurden mit einer Mischung aus schwarz und nato oliv behandelt.
Die Schwellen wurden mit einer Mischung aus schwarz und nato oliv behandelt.
Für die Schienen ka.m lederbraun zum Einsatz.
Für die Schienen ka.m lederbraun zum Einsatz.
Vergleiche Vorbildfoto ... kommt ganz gut hin.
Vergleiche Vorbildfoto ... kommt ganz gut hin.
Die Gleise sind noch "sauber", später werde ich noch etwas Bremsstaub in Form von Pulverfarbe aufbringen.
Die Gleise sind noch "sauber", später werde ich noch etwas Bremsstaub in Form von Pulverfarbe aufbringen.
Einfach ein schönes Gleis.
Einfach ein schönes Gleis.
Weiche endlich nicht mehr mit weißen Schwellen. Der Stellmechanismus rechts wird später noch reduziert und getarnt.
Weiche endlich nicht mehr mit weißen Schwellen. Der Stellmechanismus rechts wird später noch reduziert und getarnt.
Fotosession und Testbetrieb. Vor dem Schottern muss alles perfekt sein.
Fotosession und Testbetrieb. Vor dem Schottern muss alles perfekt sein.
Jetzt der Schotter. Für die angenommenerweise nachträglich eingebaute Weiche kam der mittlere helle Schotter zum Einsatz. Für den Rest dunkle Steine mit ganz wenig braunen dazugemischt.
Jetzt der Schotter. Für die angenommenerweise nachträglich eingebaute Weiche kam der mittlere helle Schotter zum Einsatz. Für den Rest dunkle Steine mit ganz wenig braunen dazugemischt.
Pinsel als Stopfmaschine
Pinsel als Stopfmaschine
Fertig.
Fertig.
Weitgehend freier Durchblick unter den Schienen.
Weitgehend freier Durchblick unter den Schienen.
Übergang Bullhead zu Flat Bottom, vergleiche oben
Übergang Bullhead zu Flat Bottom, vergleiche oben
Detailansicht. Schotterkörnung passt, aber der Aufwand war groß...
Detailansicht. Schotterkörnung passt, aber der Aufwand war groß...
Bis zum nächsten Mal!
Bis zum nächsten Mal!

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Folgende Kommentare wurden hinzugefügt:

spurneun am Montag, 5. Februar 2024
Hallo Kupzinger,

ja, je kleiner die Steine, desto schwieriger wird das saubere Einschottern. bei meinen Gleisen habe ich Schottergröße ca. 50% N und 50% Z gemicht verwendet. Dabei habe ich gute Erfahrungen mit einem feinen breiten Haarpinsel gemacht, der zum Verdichten der Schottersteine auf nur 2-3 mm Haarlänge platt abgeschnitten ist. Damit habe ich alle Steine sozusagen plattgedrückt und alles sauber arrangiert.
Die Herausfoderung war dann beim Verkleben nicht alles wieder zu bewegen. Das ging nur mit vorsichtig gesprühtem Netzmittel und viel Fingerspitzengefühl beim Leimauftrag.
Nochmal spannender waren die Zwischenbereiche mit Split.
Den habe ich mit einem Stückchen Zellgummi (Armaflex mit glatter Oberfläche aber trotzdem flexibel) glatt und glatt gedrückt.

Viel Erfolg weiterhin bei diesem spannenden Projekt

Grüße
mke

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