Friederich K., alias "Kupzinger"

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Micro Layout „Gorse Valley“ – Teil 8: Station Street

Erstellt am Samstag, 10. Januar 2026, zuletzt aktualisiert am Montag, 12. Januar 2026


Hallo zusammen,

vielleicht kann sich noch jemand an diesen Mehrteiler erinnern, der im März 2024 seinen letzten Beitrag hatte. Das Projekt ist dann von anderen Ideen etwas überholt worden, die im Zusammenhang mit der Anschaffung eines 3D-Druckers standen. Jedenfalls: es geht weiter!


WAS BISHER GESCHAH

Wen das, was bisher geschah, im Detail interessiert: hier geht es zu Teil 1 https://www.mobablog.info/blog.php?id=2865
Ansonsten eine kurze Zusammenfassung: meine kleine Sammlung von britischen Fahrzeugen in 1:148 braucht Auslauf. Eine kleine Fiddleyard-to-Terminus Anlage angesiedelt im Norden der Britischen Inseln soll dies gewährleisten. Im gestalteten Bereich liegt nur eine 1:9 Weiche, die andere Weiche des „Loops“ wird von einer Schiebebühne im Fiddleyard ersetzt. Diese Kleinstanlage ist gleichzeitig Testumgebung für diverse Bautechniken:

- Praxistest für meine selbst entwickelte Spur N Modellweiche
- Bullhead Track von British Finescale
- Bauten aus Papier und Pappe mit selbst ausgedruckten Oberflächen, Designs von Scalescenes
- 3D Ziegelnachbildung mit Drucker und Schneidplotter


GEBÄUDEBAU MIT 3D DRUCKER

Nachdem ich meinen vor zwei Jahren angeschafften FDM 3D Drucker bisher eher für größere Maßstäbe eingesetzt habe (siehe hier https://www.stummiforum.de/t225258f47-SpurG-D-Neue-Modelle-fuer-Kupzingers-Grasbahn.html und hier https://www.stummiforum.de/t226221f47-Neue-Modelle-in-Spur-K-KKStB-Reihe.html) war jetzt Vertrauen genug aufgebaut, auch in Spur N etwas Anschauliches produzieren zu können. Die Wahl fiel auf eine kleine Reihenhaus-Zeile. Ich hatte bereits vor einiger Zeit aufgrund von Fotos ein typisch schottisches „Cottage“ in Tinkercad konstruiert. Aber erst die Entscheidung, eine Hausreihe in Kurve und Steigung darzustellen, brachte den erwünschten optischen Pep, der mich zur Umsetzung antrieb. Die Häuser stehen am linken Anlagenrand und verdecken das linke Gleisende.

Nachdem auf der Anlage schon ein steinernes Brückenfundament (bedrucktes Papier) und ein Ziegelbau (bedrucktes Vinyl, Ziegelsteine mit Schneidplotter hervorgehoben) zu finden sind, sollte auch bei der Reihenhauszeile eine Steinstruktur auf der Fassade zu finden sein. Ich habe mir eine passende Mauerstruktur mit unregelmäßigen Steinen im Internet gesucht und zunächst in InkScape in eine 2D-Zeichnung (.svg) konvergiert. Diese ließ sich dann in Tinkercad importieren und extrudieren, so dass eine echte 3D-Struktur entstand. Allerdings hat die unregelmäßige Form das einfache 3D-Konstruktionswerkzeug ziemlich an seine Performance-Grenzen gebracht. Ich war kurz davor, auf ein anderes Tool zu wechseln, habe es dann aber doch zustande gebracht, drei Wände eines Hauses mit der Struktur zu bedecken, ohne dass Tinkercad den „Knoten“ nicht mehr laden konnte.

Der wesentliche Unterschied zu den anderen in dieser Serie beschriebenen Bautechniken besteht natürlich darin, dass die Bemalung nun manuell geschehen muss. Damit diese realistisch wirkt, sind einige Farbschichten und einige Detailarbeit notwendig. Ich habe zunächst die Gebäude montiert (sie bestehen aus einzeln ausgedruckten Wänden, die Flach am Druckbett liegend gedruckt werden) und dann die strukturierten Fassadenteile dunkelgrau grundiert. Sodann wurden die Steinoberflächen mit einem halbtrockenen Pinsel und anderen „Tupfhilfsmitteln“ in hellem Grau abgesetzt, sowie einzelne Steine in weiteren Grautönen betont. Das ganze bekam dann diverse helle und dunkle Washes, um die genaue Farbhelligkeit einzustellen und die Einzelsteine wieder aneinander anzugleichen. Am Ende habe ich noch mit einem Borstenpinsel etwas weiße Farbe fein aufgespritzt.

Die Dächer wurden ebenfalls gedruckt, sie bestehen jeweils nur aus einem Teil mit angesetzten Schornsteinen. Die Dachrinnen konnte ich gleich mit andrucken. Hier war ich besonders froh, diese aufgrund des Kurvenverlaufs sehr kompliziert geformten Trapeze nicht per Hand aus irgendwelchem Karton ausschneiden zu müssen. Im CAD konstruiert hat alles beim ersten Versuch (fast) perfekt gepasst.


DIE STRASSE

Etwas naiv bin ich an die Sache schon herangegangen, denn als ich die drei Häuser fertiggestellt hatte, stellte sich die Frage, wie dieser gestufte Bau jetzt eigentlich auf der Anlage zu stehen kommen soll. Die „umgekehrte Stufe“ aus Styrodurteilen zu schneiden hat nur leidlich funktioniert. Schließlich habe ich noch weitere Mauer-Dreiecke gedruckt, welche von unten an die Häuser geklebt wurden (und noch mal angemalt werden mussten …), so dass sich jetzt eine durchgehende, wenn auch geneigte Grundfläche ergab. In der Form habe ich die Gebäudezeile auf einen Gehsteig aus Graupappe kleben können, der wiederum mit ebenfalls 3D-gedruckten Randsteinen in die Straße übergeht, deren Oberfläche ebenfalls aus Graupappe besteht. Auch hier habe ich ziemlich viele Farbschichten, Tupfer, Ausbesserungstücke etc. übereinander gemalt, bis ich einigermaßen mit der Wirkung der Straße zufrieden war. Neben der passenden Helligkeit war auch die Wärme des Farbtons richtig einzustellen, damit er sich nicht mit den anderen Steinfarben auf der Anlage beißt. Wahrscheinlich ist das ganze Arrangement immer noch einen Tick zu dunkel geraten, aber bei guter Beleuchtung passt es.


FAZIT

Viele Wege führen nach Rom, und auch zu einem Gebäudemodell. Es hat Spaß gemacht, die verschiedenen Ansätze auszuprobieren. Das Potenzial der Papiertechnik hat mich sehr positiv beeindruckt. Bei einem Eigen-Entwurf komme ich persönlich mit 3D-Entwurf und -Drucker schneller ans Ziel, auch wenn die Bemalung deutlich aufwändiger ist.



Der erste Druck der Steinstruktur war schon sehr vielversprechend
Der erste Druck der Steinstruktur war schon sehr vielversprechend
Erster Versuch einer realistischen Bemalung
Erster Versuch einer realistischen Bemalung
Die Rückmauer grenzt an die Bahnstrecke.
Die Rückmauer grenzt an die Bahnstrecke.
Fertige Häuserzeile
Fertige Häuserzeile
Da das Modell primär von oben betrachtet wird, müssem die Dächer besonders lebhaft gestaltet sein
Da das Modell primär von oben betrachtet wird, müssem die Dächer besonders lebhaft gestaltet sein
Die Hinterhofseite der Gebäude
Die Hinterhofseite der Gebäude
Komplizierte überlappende Trapeze
Komplizierte überlappende Trapeze
Am geplanten Aufstellort. Und jetzt?
Am geplanten Aufstellort. Und jetzt?
Zusätzliche Mauerteile erlauben die Montage "auf dem Gehsteig"
Zusätzliche Mauerteile erlauben die Montage "auf dem Gehsteig"
Finale Platzierung
Finale Platzierung
Auch am anderen Ende ensteht eine Straße, hier wie die Bahnsteigoberfläche aus Styrosheet
Auch am anderen Ende ensteht eine Straße, hier wie die Bahnsteigoberfläche aus Styrosheet
Einwohner-Perspektive
Einwohner-Perspektive

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