Friederich K., alias "Kupzinger"

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Kupzingers Gleispläne: Umsetzen auf engem Raum

Erstellt am Montag, 21. November 2022, zuletzt aktualisiert am Samstag, 26. November 2022


Hallo zusammen,

in meiner Mobablog-Serie „Kupzingers Gleispläne“ endlich wieder ein neuer Beitrag. Wie so oft habe ich gerade mehr Zeit, über Modellbahnanlagen nachzudenken, als welche zu bauen. Böse Zungen würden vielleicht darauf hinweisen, dass ich einfach aktuelle Projekte weiterbauen sollte, statt neue Pläne zu schmieden. Stimmt. Um also den Kopf freizumachen, poste ich die Pläne hier.

INSPIRATION
Seit einiger Zeit geistert in meinem Kopf eine kompakte „Terminus-zu-Fiddleyard“-Anlage im Kopf herum. Diese Gedanken wurden von zwei für mich sehr beeindruckende Anlagen beflügelt.

Arun Quay (1:43,5) http://www.uckfieldmrc.co.uk/exhib17/arunquay.html
Albion Yard (1:76) https://albionyard.com/albion-yard-images/

Beides sind britische Kleinanlagen, die von einer Seite aus einem Fiddleyard mit per Hand zusammengestellten Gütergarnituren beschickt werden, deren Waggons dann auf der Anlage an die richtige Stelle rangiert werden müssen. Eine Umsetzmöglichkeit ist jeweils vorhanden, so dass sich ein Zug mit abgeholten Waggons wieder auf den Rückweg machen kann. Dieses Konzept wollte ich übernehmen, allerdings potenziell auf kleinerer Fläche.

BETRIEB
Meine kompakte Anlage soll trotz ihrer Kleinheit anspruchsvollem Modellbahnbetrieb genügen. Die Kürze alter britischer Güterwagons hilft hierbei. Dies ist einer der Gründe, warum ich ein britisches Thema verfolge. Es wird also darum gehen, mit einem Zug aus 3-5 kurzen britischen Wagons in den gestalteten Bereich einzufahren, und dann in einer Reihe von Bewegungen geschickt die vor Ort befindlichen Wagons einzusammeln und die neu angekommenen an die Ladestellen zu verteilen (z.B. Anhand von Wagen- und Frachtkarten).


GLEISPLAN 1: CLAIRTOWN QUAY
Die imaginäre Kleinstadt Clairtown hat einen kleinen Binnenhafen am River Clair, und der ist natürlich mit Gleisen zugepflastert. Die Stadt selbst mit ihrem Bahnhof wäre auch ein schönes Projekt, aber dazu vielleicht an andermal…

Eine Umsetzung der Hafengleise in N mit selbstgebauten Gleisen und unter exzessiver Nutzung von platzsparenden Y-Weichen kommt mit einer Länge von 84 cm (plus 42 für den Fiddleyard) aus. Züge können maximal 30 cm lang sein, das sind 5-6 Wagons. Die ankommende Garnitur fährt hier in eines der beiden Gleise des „run around loops“ ein, und dann beginnt das Schauspiel, das gut überlegt sein muss. Je nachdem, wie viele Wagen schon vor Ort sind, kann es dabei recht eng zugehen. Zur Not muss der Zug unvollständig wieder in den Fiddleyard abrücken und der Hafen ein zweites Mal bedient werden. Vielleicht hilft auch der Einsatz einer Kette in bestimmten Situationen. Ab und zu kann auch eine zweite Lok mithelfen.


GLEISPLAN 2: CLAIRTOWN LOWER STATION
Das Grundprinzip des obigen Gleisplans besteht im Wesentlichen daraus, ein Umsetzgleis diagonal über die begrenzte Anlagenfläche zu legen und daran einige Stumpfgleise anzuschließen. So ähnlich (allerdings opulenter) funktioniert auch der oben verlinkte Albion Yard. Diese Grundanordnung kann aber in einer Reihe verschiedener Gestalten umgesetzt werden, hier noch ein zweiter Vorschlag mit einem anderen Thema: Urbaner Endpunkt einer Nebenlinie. Wieder britisch, diesmal 00 also 1:76 mit 16,5 mm Spurweite. „Clairtown Lower Station“. Ließe sich aber auch in H0 mit kurzen Fahrzeugen gut machen. Maximale Zuglänge sind 39 cm, das sind gute drei kurze britische Güterwagons oder z.B. ein Dampf-Wendezug (Lok + „Autocoach“).

Hier ist aufgrund fehlender Länge die Einfahrweise des Umfahrgleises in den Fiddleyard gerückt und dort durch eine Segmentdrehscheibe realisiert, die gleichzeitig als Zugspeicher dient. Eine Straßenbrücke realisiert die optische Trennung zwischen Bahnhofsbereich und Fiddleyard. Die Maße der Anlage sind identisch mit der oben skizzierten N-Planung. Auf beiden Entwürfen können ähnliche Verkehrsmuster abgefahren werden. In der Clairtown Lower Station können sich auch zwei Züge begegnen. Dabei dient das lange Bahnsteiggleis an der vorderen Anlagenkante als Bereitstellgleis für fertig zusammengesetzte Züge. Die Zugbildung geschieht über das Umfahrgleis und das in den Fiddleyard verlängerte obere Abstellgleis (das durch diese Lage quasi „unendliche“ Speicherkapazität für abgestellte Wagen bekommt).

GLEISPLAN 3: CLAIRTOWN DEPOT
Wem der obige Plan zu kurz für einen ernstgemeinten Zugverkehr ist, kann sich vielleicht mit einer Variation der Ausgestaltung anfreunden. Statt Endbahnhof ein kleines Bahnbetriebswerk. Der Bahnsteig weicht einem zweiständigen Lokschuppen. In die Mitte des Umfahrgleises kommt eine Kleinbekohlung. Noch immer können kurze Züge (z.B. mit Lokomotivkohle) in diese Anlage vorwärts einfahren und die Lok auf die andere Seite umgestellt werden.


Vielleicht ist ja eine Anregung für eigene Projekte dabei, das würde mich freuen.

Liebe Grüße
Kupzinger


CLAIRTOWN QUAY: Gleisplan und Ausgestaltung
CLAIRTOWN QUAY: Gleisplan und Ausgestaltung
Modulkästen enstehen aus günstigen A3-Sperrholzplatten (4 mm) aus dem Baumarkt, mit der Handsäge zugeschnitten.
Modulkästen enstehen aus günstigen A3-Sperrholzplatten (4 mm) aus dem Baumarkt, mit der Handsäge zugeschnitten.
Die kurzen britischen Güterwagen sind in N je nur ca. 5 cm lang
Die kurzen britischen Güterwagen sind in N je nur ca. 5 cm lang
Stellprobe Hafenmotiv. Der Fluss liegt im Hintergrund und ist Teil der Kulisse.
Stellprobe Hafenmotiv. Der Fluss liegt im Hintergrund und ist Teil der Kulisse.
CLAIRTOWN LOWER STATION: Gleisplan und Ausgestaltung. Hier wurden PECO Medium Radius Bullhead Code 75 Weichen verwendet.
CLAIRTOWN LOWER STATION: Gleisplan und Ausgestaltung. Hier wurden PECO Medium Radius Bullhead Code 75 Weichen verwendet.
Spur 00 Fahrzeuge, welche eimal in CLAIRTOWN LOWER STATION verkehren sollen. Im Hintergrund stehen N-Fahrzeuge. Schaut nicht schlecht aus, da könnte man ja vielleicht eine Kompaktanlage mit zwei Spurweiten ... ...
Spur 00 Fahrzeuge, welche eimal in CLAIRTOWN LOWER STATION verkehren sollen. Im Hintergrund stehen N-Fahrzeuge. Schaut nicht schlecht aus, da könnte man ja vielleicht eine Kompaktanlage mit zwei Spurweiten ... na ja, ein andermal :)
CLAIRTOWN DEPOT: Gleicher Plan wie oben, andere Gestaltung, anderes Betriebskonzept
CLAIRTOWN DEPOT: Gleicher Plan wie oben, andere Gestaltung, anderes Betriebskonzept

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Folgende Kommentare wurden hinzugefügt:

FreddieW am Donnerstag, 24. November 2022
Hallo Friederich,
Wie Du offensichtlich weisst, sind diese End-zu-End Anlagen jedweder Groesse hier in UK aeusserst popular - das ist allerdings z T auch der im allgemeinen sehr viel kleineren Haus Groesse der Haeuser in England geschuldet und zum Teil dem Umstand, dass diese Anlagen von Ausstellung zu Ausstellung reisen, weil relativ leicht zu transportieren.
Auf Ausstellung en sehe Ich immer wieder, vom Konzept als auch Ausfuehrung her, ganz hervorragende End-zu-End Anlagen. Mit sehr viel Muehe, Geschick und Fantasie werden auch kleinste Details liebevoll dargestellt.
Obwohl es nicht "meine Sache ist", haben solche Anlagen gelegentlich schon ihren Reiz - vor allem, wenn sie konzeptionell und modellbauerischen gut gemacht sind.
Ich bin gespannt auf Dein Fertig Produkt dieser englischen End-zu-End Anlage ueber das Du sicherlich berichte wirst.
Beste Gruesse
FreddieW
Gloucestershire UK


Phil am Freitag, 25. November 2022
Hallo Friederich, vielen Dank für deine innovativen Gleispläne und Ideen zu den englischen Layouts, ganz nach meinem Geschmack!

Beste Grüße, Phil

Kupzinger am Samstag, 26. November 2022
Liebe Kollegen,

danke für Eure Kommentare! Die Idee mit den Micro Layouts hat mir Phil in den Kopf gesetzt, danke! Genau das richtige als Nebenanlage zu meiner Pyrkerbahn Modulanlage.

Liebe Grüße
Kupzinger

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